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Bauchlage (Prone)

Bauchlage (Prone)

Bauchlage (prone position; auch Bauchlageprotokoll, นอนคว่ำ non khwam)

Die Bauchlage ist eine der vier klassischen Behandlungspositionen im Nuad Boran und folgt in der traditionellen Sitzungsstruktur üblicherweise auf die Arbeit in der Rückenlage. Sie bietet dem Therapeuten einen privilegierten Zugang zur hinteren Körperkette: Rückenmuskulatur, Gesäß, ischiokrurale Muskulatur und Wadenregion sind in dieser Position gut erreichbar und können mit einem breiten Spektrum an Druck- und Dehntechniken bearbeitet werden.

Zur Vorbereitung der Bauchlage wird dem Klienten empfohlen, ein flaches Kissen unter die Brust zu legen, sodass der Kopf ohne Anspannung der Halswirbelsäule flach auf der Matte aufliegen kann. Alternativ können hufeisenförmige Gesichtskissen verwendet werden, die den Nacken in neutraler Achse halten. Der Klient darf den Kopf nach eigenem Ermessen zu einer Seite drehen; bei längeren Behandlungssequenzen empfiehlt sich ein Wechsel der Kopfseite. Die Arme liegen entspannt seitlich am Körper, die Handflächen zeigen nach oben.

Die Arbeit am Rücken folgt häufig einem strukturierten Muster, das in manchen Schulen als A-B-C-B-A-Sequenz beschrieben wird: Der Therapeut bearbeitet zunächst die lateralen Zonen, nähert sich dann den paravertebralen Sen-Linien und kehrt anschließend symmetrisch wieder nach außen zurück. Als vorbereitendes Element dient häufig der sogenannte Elephant Walk — eine rhythmische Palmarpressur, bei der der Therapeut mit abwechselndem Körpergewicht entlang der Rückenlinien arbeitet und so eine gleichmäßige Erwärmung der oberflächlichen und tiefen Muskelschichten erzeugt. Im Anschluss werden die paravertebralen Sen-Linien beidseits der Wirbelsäule mit dem Daumen (nuad nieu) bearbeitet; ein Abstand von mindestens zwei Fingerbreit zur Wirbelsäule ist dabei unbedingt einzuhalten, um jeden direkten Knochendruck auf die Dornfortsätze zu vermeiden. Ergänzend kommen Palmarpressungen mit leicht gekrümmten Handflächen — im Lehrjargon häufig als Katzenpfoten bezeichnet —, Ellbogendrucke auf den Musculus trapezius und die Rautenmuskeln sowie ein langsames Unterarmrollen entlang der breiten Rückenmuskeln zum Einsatz. Das Kreuzbein wird mit sanften kreisenden Handflächen ohne Körpergewicht behandelt, da die sakralen Strukturen druckempfindlich sind und eine zarte, mobilisierende Berührung einer intensiven Pressur vorzuziehen ist.

Die Rückseite der Beine wird in einer von proximal nach distal oder von distal nach proximal verlaufenden Sequenz bearbeitet, wobei das Kniegelenk grundsätzlich von direktem Druck ausgespart bleibt. Palmarpressungen, Daumendruck entlang der medialen Beinlinie, sowie Unterarmrollen über den Hamstrings sind die gebräuchlichsten Techniken in diesem Bereich. Die Gesäßmuskulatur verträgt in der Regel kräftigere Interventionen: Ellbogendrucke und Kniepressungen werden eingesetzt, um tiefe Muskelverspannungen im Musculus gluteus maximus und den darunter liegenden Außenrotatoren zu lösen. Zu den fortgeschrittenen Techniken gehört das sogenannte Back Walking, bei dem der Therapeut das eigene Körpergewicht über Füße oder Fersen auf die Rückseite der Oberschenkel oder das Gesäß des Klienten überträgt. Diese Technik erfordert erhebliche Erfahrung in der Gewichtsregulation sowie eine sichere Körpermechanik des Therapeuten und sollte ausschließlich von geübten Praktizierenden eingesetzt werden.

Aus der Bauchlage heraus werden in fortgeschrittenen Protokollen intensive Rückbeugen eingeleitet, die den yoga-ähnlichen Charakter des Nuad Boran besonders deutlich zum Ausdruck bringen. Bei der Kobra (Skt. Bhujaṅgāsana) kniet der Therapeut hinter oder seitlich des Klienten, fasst dessen Handgelenke und führt den Oberkörper langsam in eine Rückbeuge, die den Brustraum öffnet und die anteriore Kette dehnt. Die Heuschrecke (Skt. Śalabhāsana) — in der ein oder beide Beine gestreckt angehoben werden — dehnt den Quadrizeps, den Musculus psoas und die Lumbalregion. Der Bogen (Skt. Dhanurāsana) stellt die intensivste Variante dar: Beine und Oberkörper werden gleichzeitig angehoben, sodass der Körper des Klienten eine ausgeprägte dorsale Krümmung einnimmt; diese Übung erfordert sorgfältige Vorbereitung und ist nur für Klienten geeignet, deren Wirbelsäule und Bauchbereich keine Einschränkungen aufweisen.

Die wichtigsten Sicherheitsprinzipien der Bauchlage sind klar umrissen. Direkter Druck auf die Wirbelsäule, auf die Dornfortsätze der Halswirbel — insbesondere oberhalb von C7 — sowie auf knöcherne Vorsprünge wie Rippen oder Schulterblätter ist in jedem Fall zu vermeiden. Die Bauchlage ist kontraindiziert bei Schwangerschaft; hier wird stattdessen die Seitenlage gewählt. Auch bei starkem Übergewicht oder Atemwegserkrankungen, bei denen ein Druck auf den Thorax das Atmen erschwert, empfiehlt sich die Seitenlage als schonende Alternative.

Gehört beiden Traditionen an.

Weiterführend sind die Einträge Rückenlage, Seitenlage, Sen Itha, Sen Pingala, Lom sowie Bhujaṅgāsana.

Bauchlage (Prone)

Erfahren Sie mehr über Bauchlage (Prone) in der traditionellen Thaimassage: Definition, Technik und therapeutische Anwendungen.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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