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Beugung (Flexion)

Beugung (Flexion)

Beugung (Flexion; auch Gelenkbeugung, Vorbeuge)

Beugung bezeichnet in der Anatomie und in der traditionellen thailändischen Massage, dem Nuad Boran, jede Bewegung, die den Winkel zwischen zwei Körperteilen verringert, also ein Gelenk anwinkelt. Sie bildet den Gegenbegriff zur Streckung und ist in der Praxis des Nuad Boran eines der grundlegenden Bewegungsprinzipien zur Dehnung großer Muskelgruppen, zur Entlastung der Wirbelsäule und zur Mobilisierung der Gelenke in Vorbereitung auf weiterführende Techniken.

Die Hüftbeugung gehört zu den am häufigsten eingesetzten Beugetechniken im klassischen Behandlungsablauf. Der Klient liegt in Rückenlage; der Anwendende führt das Knie langsam in Richtung der gleichseitigen Schulter. Diese Bewegung dehnt das Schienbein bis hinunter zum Sprunggelenk und spricht den Quadrizeps an. Durch das Hinführen des Knies zur Körpermitte kann zusätzlich der Iliopsoas, der tiefe Hüftbeuger, gezielt behandelt werden. Die Position entspricht in ihrer Struktur der Yoga-Haltung der windlösenden Pose, bekannt als Pavana Muktasana, der in der Überlieferung eine verdauungsfördernde Wirkung und eine Dehnung der unteren Rückenmuskulatur zugeschrieben wird.

Die Kniebeugung findet vorrangig in Bauchlage Anwendung und dient der Behandlung der vorderen Oberschenkelmuskulatur. Die Ferse des Klienten wird in Richtung des Gesäßes geführt, während das Schienbein gleichzeitig sanft zur Matte gebracht wird. Eine Variante, die Doppelkniebeugung, beugt beide Knie gleichzeitig und kreuzt die Füße über dem Kreuzbein, wodurch zusätzlich eine Dehnung des unteren Rückens erzeugt wird. Bei Klienten mit einer Vorgeschichte von Knieverletzungen sollte diese Technik vermieden oder durch das Unterlegen eines Unterarms in die Kniekehle modifiziert werden, um den Druck im Gelenk zu reduzieren.

Die Wirbelsäulenbeugung tritt im Nuad Boran vorrangig in Form von Vorbeugen auf. In sitzender Position beugt sich der Klient aus der Hüfte nach vorne, mit gekreuzten oder gestreckten Beinen, was die Muskulatur entlang der gesamten Wirbelsäule sowie die Oberschenkelrückseiten dehnt. Eine dynamische Variante verbindet Beugung und Streckung rhythmisch: Der Anwendende unterstützt den Klienten dabei, sich abwechselnd in eine Vorbeuge zu lehnen und anschließend in eine sanfte Streckung zurückzukehren. Eine intensive Form der Wirbelsäulenbeugung ist der Pflug, bei dem die Beine aus der Rückenlage über den Kopf geführt werden, um die gesamte Körperrückseite tief zu dehnen.

Allen Beugetechniken gemeinsam sind übergeordnete Ausführungsprinzipien. Beugungen und Vorbeugen werden bevorzugt mit der Ausatmung des Klienten vertieft, da die Ausatmungsphase die Entspannung der Muskulatur unterstützt und den Gewebewiderstand reduziert. Der Anwendende setzt dabei nicht die Kraft der Arme ein, sondern nutzt sein Körpergewicht durch Vorlehnen und kontrollierte Ausfallschritte, entsprechend den allgemeinen Grundsätzen der Körpermechanik im Nuad Boran. Wesentlich ist zudem die kontinuierliche Achtsamkeit gegenüber der individuellen Kapazität des Klienten: Eine Beugung wird niemals über die natürliche Grenze des Gewebes hinaus geführt, um Widerstand zu minimieren und eine beruhigende Wirkung auf das Nervensystem zu erzielen.

Gehört beiden Traditionen an.

Weiterführend sind die Einträge Streckung, Rotation, Traktion, Körpermechanik sowie Yot.

Beugung (Flexion)

Erfahren Sie mehr über Beugung (Flexion) in der traditionellen Thaimassage: Definition, Technik und therapeutische Anwendungen.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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