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Durchblutungsförderung

Durchblutungsförderung

Durchblutungsförderung (thai: kan kra-tun lohit; auch Zirkulationsförderung, Blutkreislauf, englisch blood circulation)

Die Förderung der Durchblutung ist eines der zentralen therapeutischen Ziele des Nuad Boran und wird durch ein differenziertes Zusammenspiel manueller Techniken, passiver Dehnungen und Kräuteranwendungen angestrebt. Im Rahmen des energetischen Verständnisses der traditionellen thailändischen Medizin wird die Blutzirkulation eng mit dem Fluss der Lebensenergie (lom) entlang der Energielinien (sen) verknüpft, sodass die Förderung der physischen Durchblutung und die Mobilisierung stagnierender Energie als zwei Aspekte desselben therapeutischen Prozesses betrachtet werden.

Die markanteste und in ihrer Wirkung spezifischste Technik zur Zirkulationsförderung ist das sogenannte Öffnen der Windtore (blood stops). Dabei wird gezielter Druck auf Hauptarterien ausgeübt, zu denen in der Praxis insbesondere die Femoralarterie in der Leistenregion und der Plexus brachialis am Arm gehören. Durch den anhaltenden Druck wird die Blutzufuhr in die distalen Extremitäten vorübergehend gedrosselt; beim kontrollierten Loslassen strömt sauerstoffreiches Blut rasch in die zuvor unterperfundierten Bereiche und erzeugt einen deutlich wahrnehmbaren Wärmeschub im Klienten. Traditionell wird angenommen, dass dieser Prozess das periphere Gefäßsystem spült und die Mikrozirkulation im Gewebe anregt.

Ergänzend wirken großflächigere Techniken wie die Handflächen-Kreise (palm circles), die entlang ausgedehnter Körperregionen wie den Beinen ausgeführt werden und das Gewebe gleichmäßig durcharbeiten, um den Blutfluss und die allgemeine Zirkulation anzuregen. Das lockere rhythmische Klopfen mit der Thai-Faust (thai fist) auf die Muskulatur dient spezifisch dazu, die Durchblutung nach intensiven Dehnsequenzen wiederherzustellen und das Gewebe aus dem Zustand passiver Dehnung in einen aktiv durchbluteten Zustand zurückzuführen. Inversionen, bei denen die Füße des Klienten angehoben werden, unterstützen den venösen Rückfluss zum Herzen und helfen dabei, stagnierende Energie und Blut aus den Gelenken und Wadenregionen zu mobilisieren.

Die passiven Dehnungen des Nuad Boran tragen zur Durchblutungsförderung insbesondere im Bereich der Gelenke bei, deren Versorgung mit Nährstoffen und der Abtransport von Abfallstoffen durch die erhöhte lokale Durchblutung verbessert werden soll. In modernen Texten wird auch dem Reusi Dat Ton, den Selbstdehnungsübungen der thailändischen Einsiedler, eine zirkulationsfördernde Wirkung zugeschrieben, da die Kombination aus aktiver Dehnung und Atemkontrolle die Sauerstoffversorgung der Zellen verbessern soll.

Kräuteranwendungen unterstützen die Durchblutungsförderung auf topischer Ebene. Wärmende Balsame und Linimente wie Tiger Balm oder zimthaltige Zubereitungen werden nach der Massage aufgetragen, um die Muskeldurchblutung zu stimulieren und den Körper zu erwärmen. Die feuchte Wärme heißer Kräuterstempel (luk pra kob) dringt tief in das Gewebe ein, löst Verspannungen und fördert sowohl den Blut- als auch den Energiefluss im behandelten Bereich.

Wesentliche Kontraindikationen betreffen insbesondere die Technik des Öffnens der Windtore, die bei Klienten mit Kreislauf- oder Herzerkrankungen, Bluthochdruck (Hypertension), Krampfadern (Varikose) sowie während der Schwangerschaft nicht angewendet werden darf. Diese Einschränkungen gelten unabhängig von der behandelten Körperregion und sind vor jeder Sitzung in der Anamnese abzuklären.

In Zusammenhang stehen die Einträge Lom, Sen, Luk Pra Kob (Kräuterstempel), Reusi Dat Ton und Entgiftung.

Durchblutungsförderung

Erfahren Sie mehr über Durchblutungsförderung in der traditionellen Thaimassage: Definition, Technik und therapeutische Anwendungen.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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