Gehende Massage

Gehende Massage (yam kaeng; auch Walking Massage, Fußdruckmassage)
Die gehende Massage ist eine fortgeschrittene Technik des Nuad Boran, bei der der Therapeut die Füße als primäres Druckinstrument einsetzt und dabei das volle oder anteilige Körpergewicht auf den Körper des Klienten überträgt. Sie gilt als die intensivste Form der Druckanwendung im gesamten Spektrum des Nuad Boran und setzt sowohl erhebliche technische Erfahrung als auch eine präzise Einschätzung der Konstitution und Belastbarkeit des Klienten voraus.
Im thailändischen Kontext ist diese Praxis unter dem Begriff yam kaeng bekannt. Da die Arbeit auf dem Körper des Klienten eine außergewöhnliche Gleichgewichtskontrolle erfordert, nutzen Therapeuten in Thailand traditionell ein von der Decke hängendes Seil zur Stabilisierung, das eine feinfühlige Dosierung des Körpergewichts ermöglicht und gleichzeitig die Sicherheit von Therapeut und Klient gewährleistet. In westlichen Behandlungskontexten, in denen ein solches Deckenseil in der Regel nicht verfügbar ist, werden ersatzweise ein Stuhl, ein Geländer oder eine Gehhilfe eingesetzt, um das Gleichgewicht zu sichern und den ausgeübten Druck kontrollierbar zu halten.
Innerhalb der gehenden Massage lassen sich mehrere spezifische Techniken unterscheiden. Beim sogenannten Walking Frog — im Deutschen als gehender Frosch bezeichnet — steht der Therapeut auf dem Klienten, wobei die Füße knapp oberhalb der Kniegelenke positioniert werden; die Füße des Klienten werden gegen die Beine des Therapeuten gezogen, während dieser gleichzeitig mit den Händen den Rücken bearbeitet. Diese Technik verbindet Fußdruck und manuelle Arbeit in einer koordinierten Simultanbewegung. Die als Paddleboat bezeichnete Technik wird in Bauchlage durchgeführt: Der Therapeut bewegt die Füße schrittweise entlang der Rückseite der Oberschenkel, fixiert dabei die Knöchel des Klienten und lehnt sich zur Erzeugung einer Hebelwirkung kontrolliert zurück. Ergänzend können Fußballen und Ferse eingesetzt werden, um entlang der Energielinien am Rücken, am Gesäß oder an den Beinen gezielte Druckpunkte zu setzen.
Abzugrenzen ist die gehende Massage vom sogenannten Walking Palm Press, bei dem der Therapeut die Handflächen — ähnlich großen Katzenpfoten — rhythmisch über Füße oder Beine des Klienten bewegt. Dabei handelt es sich nicht um eine Fußtechnik, sondern um eine vorbereitende Palmarpressur zur Erwärmung der behandelten Körperregion; die Bezeichnung bezieht sich auf den gehenden Rhythmus der Handbewegung, nicht auf den Einsatz der Füße.
Die Sicherheitsprinzipien der gehenden Massage sind streng definiert. Direkter Druck auf die Wirbelsäule ist unter keinen Umständen zulässig. Die Schritte des Therapeuten sollten niemals über die Oberkante der Schulterblätter hinausführen, da jede Druckeinwirkung im Nackenbereich ein erhebliches Verletzungsrisiko für die Halswirbelsäule darstellt. Die Technik ist primär für großgewachsene, muskulös gebaute Klienten geeignet, mit denen bereits eine therapeutische Beziehung besteht und die intensive Druckanwendung als verträglich kennen. Bei Klienten mit Erkrankungen oder Verletzungen der Wirbelsäule, bei Osteoporose, bei reduzierter Knochendichte sowie bei allen Zustanden, die tiefe Drucktechniken ausschließen, ist die gehende Massage kontraindiziert.
Gehört beiden Traditionen an, mit besonderer Verbreitung in der nördlichen Schule (Chiang Mai).
In Zusammenhang stehen die Einträge Bauchlage, Fußtechnik (thao), Sen, Lom sowie Tok Sen.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.



