Handflächendruck

Handflächendruck (nuad lam; auch Palm Press, Handflächen-Druck)
Der Handflächendruck ist die grundlegendste Drucktechnik der Traditionellen Thailändischen Massage (Nuad Boran) und erfüllt innerhalb des Behandlungsablaufs eine doppelte Funktion: Er dient einerseits als vorbereitende Aufwärmtechnik für die tiefere Akupressurarbeit an den sen-Linien und andererseits als beruhigende und ausgleichende Maßnahme nach intensiverer Behandlung.
Die korrekte Ausführung des Handflächendrucks basiert nicht auf Muskelkraft des Oberkörpers, sondern auf dem kontrollierten Einsatz des eigenen Körpergewichts durch die Schwerkraft. Der Praktizierende positioniert seine Schultern direkt über den Händen bei gestreckten Armen, geradem Rücken, offener Brust und entspannten Schultern. Zwei grundlegende Handpositionen werden unterschieden: In der Butterfly-Position zeigen die Finger nach außen voneinander weg, während sie in der Pyramiden-Position nach innen gedreht werden. Unabhängig von der Position sollten die Hände weit gespreizt werden, um das Körpergewicht über eine möglichst große Fläche zu verteilen und punktuellen Schmerz beim Behandelten zu vermeiden. Eine besondere Variante bildet der Walking Palm Press, bei dem die Handflächen abwechselnd belastet werden; diese schaukelnde Bewegung gewährleistet einen flüssigen Behandlungsablauf und erwärmt das fasziale Bindegewebe effektiv.
Der Handflächendruck wird an nahezu allen Körperregionen eingesetzt. An Füßen und Beinen beginnt die Behandlung häufig mit dem Walking Palm Press auf den Fußsohlen und arbeitet sich die Beine hinauf, wobei das Muskelgewebe sanft nach außen gerollt wird. An den Armen wird die Energie vom Handgelenk bis zur Schulter entlang der Linien stimuliert. Am Rücken kommt bevorzugt die Butterfly-Position zum Einsatz, um beidseitig der Wirbelsäule vom Kreuzbein bis zu den Schulterblättern zu arbeiten; direkter Druck auf Knochen und Wirbelfortsätze ist dabei zu vermeiden. Im Abdominalbereich dient sanfter Handflächendruck der Mobilisierung stagnierender Energie am Nabelursprung der sen-Linien. Am Brustbein ist besondere Vorsicht geboten: Der Druck ist hier als sehr sanfte Kompression auszuführen und darf keinesfalls an eine Reanimationsbewegung erinnern.
Im therapeutischen Gesamtkontext ist der Handflächendruck in das sogenannte A-B-C-B-A-Muster eingebettet, das den strukturellen Rahmen einer Behandlungssequenz bildet. Die Abfolge beginnt mit einer Dehnung (A), gefolgt von Handflächendruck zur Vorbereitung der Energielinie (B), dann Daumendrücken als gezielte sen-Arbeit (C), erneut Handflächendruck zur Beruhigung des Gewebes (B) und abschließend wieder einer Dehnung (A). Durch dieses Muster wird sichergestellt, dass das Gewebe zunächst gelockert, dann tiefenwirksam behandelt und schließlich wieder entspannt wird. Auf dem Druckspektrum der Nuad Boran nimmt der Handflächendruck eine mittlere Stellung ein: Er ist intensiver als Finger- oder Daumenkreise, jedoch sanfter als der Einsatz von Ellbogen, Knien oder Füßen.
Gehört beiden Traditionen an.
Weiterführend sind die Einträge Daumendrucktechnik, Jap Sen, Lom und Sib Sen.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.



