Körpermechanik

Körpermechanik (Body Mechanics; auch Biomechanik des Praktizierenden, korrekte Körperhaltung)
Die Körpermechanik bezeichnet in der traditionellen thailändischen Massage, dem Nuad Boran, die Gesamtheit der biomechanischen Prinzipien, die der Anwendende beherrschen muss, um eine wirksame Behandlung zu gewährleisten und dabei die eigene körperliche Gesundheit langfristig zu erhalten. Sie gilt als technische Grundbedingung der Praxis: Eine korrekte Körpermechanik ermöglicht es, physikalische Kräfte wie Schwerkraft und Hebelwirkung so einzusetzen, dass selbst zierliche Anwendende wesentlich größere und schwerere Klienten mit dem behandeln können, was in der Überlieferung als mühelose Anmut beschrieben wird. Das Ziel ist, dass sich nach einer Sitzung sowohl Klient als auch Anwendender belebt und entspannt fühlen, anstatt erschöpft oder belastet.
Das erste Grundprinzip betrifft die Körperhaltung. Der Anwendende hält den Rücken gerade, öffnet die Brust und lässt die Schultern entspannt. Rundrücken oder hochgezogene Schultern führen nach Auffassung der Tradition unweigerlich zu Verspannungen und Kraftverlust. Die treibende Kraft aller Massagegriffe soll nicht aus Armen oder Rücken kommen, sondern aus Beinen und Hüfte. Dies setzt eine aktive und bewusste Bodenverbindung voraus, die die kleineren Gelenke der Hände und Handgelenke entlastet.
Das zweite Prinzip betrifft den Einsatz des Körpergewichts anstelle von Muskelkraft. Um die Hebelwirkung zu maximieren, bringt der Anwendende seinen eigenen Schwerpunkt, in der Regel die Taillenregion, direkt über den zu behandelnden Bereich des Klienten. Die Kraftübertragung erfolgt am effektivsten durch gestreckte Gelenke: Ellbogen, Handgelenke und Finger sollen dabei in einer Linie bleiben. Beim Daumendruck gilt besondere Sorgfalt: Der Daumen wird gestreckt gehalten, die Kraft über Schultern und gestreckte Arme eingeleitet. Ein Abknicken des Daumengelenks im rechten Winkel führt nach übereinstimmender Einschätzung der Quellen zu Schmerzen, Entzündungen und langfristigen Gewebeschäden beim Therapeuten.
Neben den Händen stehen dem Anwendenden weitere Körperwerkzeuge zur Verfügung, die tieferen Druck ermöglichen und gleichzeitig die empfindlichen Gelenke der Finger schonen: der flache Ellbogen, das Knie und der Fuß. Der Einsatz dieser Körperteile folgt denselben Prinzipien der Gewichtsverlagerung und Gelenksstreckung.
Bei Dehnungen gilt das Prinzip des Lehnens gegenüber dem Ziehen: Der Anwendende lehnt sich mit gestreckten Armen nach hinten, anstatt mit der Oberkörpermuskulatur zu ziehen. Diese Technik schont die Rückenmuskulatur und erzeugt eine gleichmäßigere, kontrollierbarere Zugkraft. Bei rotatorischen Techniken, etwa bei der Hüftrotation, werden Ausfallschritte nach vorne und hinten eingesetzt, um die Bewegung sanft und rückenfreundlich zu führen.
Ein weiteres Element der Körpermechanik ist die Synchronisation mit dem Atemrhythmus des Klienten. Drucktechniken und Dehnungen werden bevorzugt mit der Ausatmung eingeleitet, da in dieser Phase der Gewebewiderstand am geringsten ist. Diese Abstimmung verbindet die biomechanische Dimension der Körpermechanik mit den meditativen und atembasierten Qualitäten der Praxis und knüpft an das übergeordnete Konzept der Bewegten Meditation an.
Gehört beiden Traditionen an.
In Zusammenhang stehen die Einträge Bewegte Meditation, Meditativer Bewusstseinszustand, Tok Sen sowie die einzelnen Drucktechniken Nuad Nieu, Sok und Thao.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.



