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Lom (Windkraft)

Lom (Windkraft)

Lom (lom; auch Wind, Windkraft, Lebenswind; Sanskrit: prāṇa; Chinesisch: Chi, Qi)

Lom ist der zentrale Energiebegriff der Traditionellen Thailändischen Medizin (TTM) und bezeichnet die vitale Lebensenergie, die den menschlichen Körper durchströmt. Das Thai-Wort lom bedeutet wörtlich Wind und verweist auf die unsichtbare, bewegende Qualität dieser Kraft. Konzeptuell entspricht lom dem indischen prāṇa und dem chinesischen qi bzw. chi; alle drei Termini beschreiben dasselbe Grundprinzip einer durch den Körper zirkulierenden Lebensenergie, das in unterschiedlichen Kulturkreisen unabhängig voneinander formuliert wurde.

Lom fließt durch ein weitverzweigtes Netzwerk von Energiebahnen, die als sen bezeichnet werden. Die Überlieferung geht von insgesamt 72.000 solcher Linien aus; die therapeutische Praxis des Nuad Boran konzentriert sich auf die zehn Hauptlinien (sib sen). In einem gesunden Körper zirkuliert lom ungehindert und verteilt sich entsprechend den jeweiligen körperlichen Aktivitäten und Bedürfnissen. Innerhalb der Vierelementenlehre der thailändischen Medizin — Erde, Wasser, Wind und Feuer — nimmt lom als Windelement eine besondere Stellung ein: Es gilt als die bewegende Kraft, die alle anderen Elemente in Fluss hält und Atmung sowie Kreislauf reguliert, eine Funktion, die der des ayurvedischen Vāta-Doshas strukturell entspricht.

Krankheit wird in diesem theoretischen Rahmen als Störung des lom-Flusses verstanden. Blockierungen in den sen-Linien führen zu einer unzureichenden Versorgung von Organen und Extremitäten mit Lebensenergie, was traditionell mit der Verstopfung von Arterien verglichen wird. Solche Ungleichgewichte können sich nach traditioneller Auffassung als lokalisierte Beschwerden äußern — etwa als sogenannter Wind im Magen — oder als komplexe Elementstörung (sannipat), bei der mehrere Grundelemente gleichzeitig aus dem Gleichgewicht geraten.

Eine der bekanntesten klinischen Techniken zur Manipulation von lom ist das Öffnen der Windtore (phud pathu lom). Dabei wird durch gezielten, festen Druck auf spezifische Schlüsselpunkte — insbesondere die Femoralarterie in der Leistenregion oder den Plexus brachialis am Arm — der Blutfluss für einen begrenzten Zeitraum von etwa dreißig Sekunden unterbrochen. Beim Loslassen erlebt der Empfänger traditionell einen plötzlichen Wärme- und Energieschub, der als Spülung des energetischen Systems der betroffenen Gliedmaße beschrieben wird und frisches lom bis in die Fingerspitzen oder Zehen leiten soll. Diese Technik ist kontraindiziert bei Klienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bluthochdruck.

Die Verbindung von lom zur Yoga-Praxis zeigt sich sowohl in Reusi Dat Ton, dem thailändischen System der Selbstdehnübungen, als auch in der Übernahme spezifischer Hatha-Yoga-Asanas in die TTM-Behandlung. Die Pose Pavana Muktasana wird in diesem Zusammenhang explizit als windbefreiende Pose bezeichnet, da sie nach traditioneller Auffassung den Energiefluss im unteren Rücken und im Verdauungssystem stimuliert und so zur Befreiung von blockiertem lom beiträgt.

Gehört beiden Traditionen an.

Weiterführend sind die Einträge Prāṇa, Sib Sen, Pranamaya Kosha, Phud Pathu Lom, Sannipat, Reusi Dat Ton und Pavana Muktasana.

Lom (Windkraft)

Erfahren Sie mehr über Lom (Windkraft) in der traditionellen Thaimassage: Definition, Technik und therapeutische Anwendungen.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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