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Myofaszialer Schmerz

Myofaszialer Schmerz

Myofaszialer Schmerz und Sen-Linien (Myofasziale Behandlung; auch myofasziale Therapie im Nuad Boran, ความเจ็บปวดของเนื้อเยื่อพังผืด khwam jep puat khong nuea yuea phang phueat)

Das Konzept des myofaszialen Schmerzes findet im Nuad Boran seine traditionelle Entsprechung im Bild der Sen-Blockade: Dort, wo westliche Körpertherapeuten Triggerpunkte, Adhäsionen und myofasziale Restriktionen beschreiben, spricht die thailändische Tradition von gehemmtem Lom-Fluss, von verhärteten oder blockierten Abschnitten entlang der Sen-Linien. Diese konzeptuelle Parallelität ist nicht zufällig. Verschiedene zeitgenössische Ausbilder und Forscher haben auf die strukturelle Übereinstimmung zwischen den wichtigsten Sen-Linien des Nuad Boran und den myofaszialen Leitbahnen hingewiesen, die in der westlichen manuellen Therapie als Anatomy Trains bekannt sind. Beide Systeme folgen in ihrem Verlauf den natürlichen Rillen zwischen Muskelgruppen, verbinden Ursprungs- und Insertionspunkte miteinander und beschreiben funktionelle Ketten, die den Körper von den Extremitäten bis zum Rumpf durchziehen. Myalgie — muskulärer Schmerz — wird im Nuad Boran entsprechend nicht als isoliertes lokales Phänomen behandelt, sondern als Ausdruck einer Störung entlang einer gesamten Linie.

Die Ursachen myofaszialer Blockaden werden in der thailändischen Tradition auf Stress, fehlerhafte Körperhaltung und körperliche Überlastung zurückgeführt — Faktoren, die auch in westlichen Modellen als primäre Auslöser myofaszialer Dysfunktion gelten. Physisch manifestieren sich diese Blockaden als tastbare Muskelknoten, die dem westlichen Konzept der Triggerpunkte entsprechen, als lokale Steifheit, als Sehnenentzündungen sowie als dumpfe, tief sitzende Schmerzen, Schwächegefühl oder Taubheitsgefühle in den versorgten Körperregionen. Traditionell wird angenommen, dass diese Symptome aus einer Hemmung des Lom in den betroffenen Sen-Abschnitten resultieren, durch die weder Energie noch — in der körperlichen Entsprechung — ausreichend Blut und Nervenimpulse zu den betroffenen Geweben gelangen können.

Die therapeutische Antwort des Nuad Boran auf myofasziale Schmerzen beruht auf drei komplementären Prinzipien. Das erste ist die Dehnung und Faserverlängerung: Durch assistierte Yoga-Dehnungen werden die Muskelfasern in die Länge geführt, was die Spannung im myofaszialen Gewebe direkt am Entstehungsort reduziert und die Gleitfähigkeit zwischen benachbarten Faszienlagen wiederherstellt. Das zweite Prinzip ist die gezielte Drucksetzung entlang der Sen-Linien: Der Therapeut arbeitet an der individuellen Gewebsschwelle des Klienten — jenem Punkt, an dem das Gewebe unter dem Druck Widerstand leistet — und setzt dort statischen Druck ein, um Verklebungen aufzubrechen und den Lom-Fluss wiederherzustellen. Das dritte Prinzip ist die Gelenkmobilisation, die Restriktionen innerhalb der Gelenkkapseln und der umgebenden Bänder löst und die mechanische Beweglichkeit der betroffenen Körpersegmente verbessert. Ergänzend wird das Plucking eingesetzt — eine Zupftechnik, bei der das Gewebe quer zur Faserrichtung wie eine Saite angezupft wird —, um oberflächliche Verklebungen in besonders steifen oder schmerzhaften Muskelarealen mechanisch aufzulockern.

Der ganzheitliche Ansatz des Nuad Boran zeigt sich besonders deutlich in der Behandlung myofaszialer Schmerzen: Da die Sen-Linien den Körper als funktionelle Ketten durchziehen, richtet sich die Behandlung nicht allein auf den Schmerzort, sondern auf die gesamte betroffene Linie. Bei Beschwerden im unteren Rücken und in der Gesäßmuskulatur beginnt die Behandlung traditionell an den Füßen und arbeitet sich entlang der posterioren Beinlinie aufwärts — ein Vorgehen, das im westlichen Modell der Anatomy Trains als Behandlung der oberflächlichen Rückenlinie seine anatomische Entsprechung findet.

Als ergänzendes und eigenständiges therapeutisches System steht dem Nuad Boran das Reusi Dat Ton zur Seite — das traditionelle Thai-Yoga, das dem Klienten Übungen zur Selbstmassage und aktiven Gelenkmobilisation vermittelt. Diese Techniken zielen darauf ab, myofasziale Spannungen in Nacken, Schultern, Rücken und Hüften eigenständig zu lindern, die Beweglichkeit zu erhalten und zwischen professionellen Behandlungen den Lom-Fluss entlang der Sen-Linien aufrechtzuerhalten.

Gehört beiden Traditionen an.

Weiterführend sind die Einträge Sen, Lom, Weichteilarbeit, Tiefenarbeit, Reusi Dat Ton sowie Triggerpunkt.

Myofaszialer Schmerz

Erfahren Sie mehr über Myofaszialer Schmerz in der traditionellen Thaimassage: Definition, Technik und therapeutische Anwendungen.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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