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Pingala Nadi

Pingala Nadi

Pingala Nadi (piṅgalā nāḍī; auch Pingala, Piṅgalā)

Pingala Nadi ist ein primärer Energiekanal der indischen Yogaphilosophie und gilt als theoretische sowie sprachliche Grundlage für Sen Pingkhala der Traditionellen Thailändischen Massage (Nuad Boran). Beide Kanäle sind Bestandteil eines umfassenden Netzwerks von 72.000 Energiepfaden, die im Sanskrit als nāḍī, im Thai als sen bezeichnet werden und dem Körper vitale Lebensenergie zuführen, die im Sanskrit prana, im Thai lom heißt. Sen Pingkhala zählt gemeinsam mit Sen Sumana und Sen Ittha zu den drei bedeutendsten Energielinien des sib-sen-Systems; obwohl sie sprachlich kognat mit Pingala Nadi ist, betonen thailändische Praktiker traditionell die eigenständige Erarbeitung der Linie auf der Grundlage ihrer eigenen Überlieferung, da beide Systeme zwar verwandt, jedoch nicht deckungsgleich sind.

Pingala Nadi ist grundlegend der rechten Körperseite zugeordnet und bildet damit das symmetrische Gegenstück zu Ida Nadi auf der linken Seite. Der Verlauf von Sen Pingkhala beginnt am Nabel und steigt entlang der ersten äußeren Beinlinie (o1) ab, wendet am Knie und steigt entlang der dritten inneren Beinlinie (i3) wieder auf. Vom Oberschenkel aus zieht sie über die Oberkante des Beckenkamms und verläuft an der ersten Rückenlinie unmittelbar neben der Wirbelsäule aufwärts. An der Schädelbasis teilt sich die Linie: ein Ast endet an der Schläfe, während der Hauptast über den Scheitel führt, den Punkt zwischen den Augenbrauen passiert und an der rechten Nasenöffnung endet.

Die therapeutischen Zuordnungen von Pingala Nadi in ihrer Entsprechung als Sen Pingkhala umfassen Beschwerden des Atemsystems, des Kopfes und der rechten Rumpfseite. Für Atemwege und Nase sind Nasenblockierungen, spontanes Nasenbluten, Sinusitis und allgemeine Nasenerkrankungen als Indikationen überliefert. Im Bereich von Kopf und Nervensystem finden sich Korrelationen mit Kopfschmerzen, Schwindel, Vertigo und Augenschmerzen. Für Rücken und Nacken wird die Linie traditionell bei Rückenschmerzen, Nackenstarre und Schultersteifigkeit eingesetzt. Aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur rechten Körperseite ist Sen Pingkhala als einzige der zehn Hauptlinien spezifisch mit der Behandlung von Leber- und Gallenblasenbeschwerden assoziiert. Darüber hinaus werden Knieschmerzen und Kniesteifigkeit als weitere Indikationen überliefert.

Das therapeutische Behandlungsprotokoll für Sen Pingkhala legt seinen Schwerpunkt auf die Dehnung der rechten Körperseite und gezielte Drucktechniken zur Lösung von Blockierungen im Lom-Fluss. Als Ganzkörperdehnungen werden Vorwärtsbeugungen, Hamstring-Dehnungen und die Pflugschar-Haltung (Halāsana) eingesetzt, wobei letztere die Linie von den Fersen bis zum Nacken einbezieht. Die Akupressurarbeit folgt dem Verlauf der o1- und i3-Beinlinien mit Daumendrücken; in der therapeutischen Praxis wird die Richtung häufig umgekehrt und vom Nabel zu den Extremitäten hin gearbeitet, um stagnierende Energie zu mobilisieren. Die Arbeit an Rücken und Seite erfolgt bevorzugt in der Seitenlage, in der die erste Rückenlinie vom unteren Rücken bis zum Trapezius gut zugänglich ist. Die Sequenz schließt mit Kopf- und Gesichtsarbeit, die auf die Endpunkte an der rechten Nasenöffnung und der Schläfe abzielt.

Vgl. die Einträge Sen Pingkhala, Sen Sumana, Sen Ittha, Ida Nadi und Sib Sen.

Pingala Nadi

Erfahren Sie mehr über Pingala Nadi in der traditionellen Thaimassage: Definition, Technik und therapeutische Anwendungen.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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