Rishi (Reusi)

Reusi (reusī; Thai: ฤๅษี; Sanskrit: ṛṣi; auch Rishi, asketischer Yogi, Weiser, Einsiedler)
Reusi ist der thailändische Begriff für einen asketischen Weisen oder Einsiedler und leitet sich vom Sanskrit-Wort ṛṣi ab, das in der indischen Überlieferung die Seher und Hüter des heiligen Wissens bezeichnet. In der thailändischen Tradition gelten die Reusi als die ursprünglichen Bewahrer und Praktiker zahlreicher alter Wissenschaften und Künste, darunter Naturheilkunde, Yoga, Alchemie, Musik, Astrologie und Mathematik. Sie stehen damit an der Schnittstelle zwischen indischer Weisheitstradition und der sich eigenständig entwickelnden thailändischen Heilkunst.
Die bedeutendste Hinterlassenschaft der Reusi im Kontext der Traditionellen Thailändischen Medizin (TTM) ist das ganzheitliche System der Selbstpflege, das als Reusi Dat Ton bekannt ist und wörtlich als Selbststreckübungen der Einsiedler übersetzt werden kann. Dieses System umfasst Atemübungen, Selbstmassage, Akupressur sowie dynamische Dehnübungen und Meditation. Nach traditioneller Überlieferung entdeckten die alten Reusi durch jahrelange Meditation und systematische Selbstbeobachtung die Energiebahnen (sen), Therapiepunkte und sogenannten Windtore (phud pathu lom) des menschlichen Körpers. Ziel der Übungen ist es, Blockaden in den Energiekanälen zu lösen, die Gelenke zu öffnen und das energetische Gleichgewicht des Systems wiederherzustellen.
Reusi Dat Ton gilt in der Überlieferung als Schlüssel und Fundament der Thai-Massage. Die Techniken, die die Reusi ursprünglich an sich selbst praktizierten, wurden im Laufe der Zeit adaptiert und auf andere angewendet, woraus sich nach traditioneller Auffassung die heutige Behandlungspraxis des Nuad Boran entwickelt hat. Ein tiefgreifendes Verständnis der Thai-Massage erfordert daher häufig eine Grundlage in den Übungen der Reusi-Tradition.
Da das Wissen der Reusi über Jahrhunderte nahezu ausschließlich mündlich von Meister zu Schüler überliefert wurde, spielten thailändische Könige eine entscheidende Rolle bei seiner schriftlichen und bildlichen Sicherung. König Rama III. gab im Jahr 1836 den Auftrag, achtzig Statuen von Reusi für den Tempel Wat Pho in Bangkok anfertigen zu lassen, die jeweils eine spezifische Heilpose des Reusi Dat Ton darstellen. Jeder Statue war ursprünglich eine Marmortafel mit einem Gedicht beigeordnet, das die dargestellte Technik und ihre heilende Wirkung beschreibt. Das bedeutende Manuskript Samut Thai Kao aus dem Jahr 1838 enthält Zeichnungen dieser achtzig Statuen und gilt bis heute als eine der wichtigsten Primärquellen für diese Tradition; es wird in der Thailändischen Nationalbibliothek aufbewahrt.
In der Gegenwart gibt es nur noch wenige praktizierende Reusi im traditionellen Sinne in Thailand. Die Tradition wird in spezialisierten Schulen und durch einzelne Linienhalter wie Reusi Tevijjo und Reusi Prasanga Samavajra fortgeführt. Letzterer setzt nach der Überlieferung die alte Praxis fort, historische Reusi-Manuskripte von Hand zu kopieren, um das Wissen über die Generationen hinweg zu bewahren.
Gehört beiden Traditionen an.
Weiterführend sind die Einträge Reusi Dat Ton, Wat Pho, König Rama III., Sen, Lom, Phud Pathu Lom und Samut Thai Kao.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.



