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Schwindel

Schwindel

Schwindel (auch Vertigo, Thai: wian hua; verwandt mit lom, sen, nuad boran)

Im traditionellen System des Nuad Boran wird Schwindel, im Englischen als dizziness oder vertigo bezeichnet, in der Regel als Ausdruck eines gestörten Gleichgewichts im Fluss des lom, der Lebenswindenergie, innerhalb der Sen-Linien verstanden, insbesondere in den beiden zentralen Polaritätslinien Sen Itha und Sen Pingkhala. Traditionell wird angenommen, dass eine Stagnation oder ein Ungleichgewicht in diesen beiden Linien Symptome im Bereich des Kopfes, der Sinnesorgane und des Nervensystems hervorruft, zu denen Schwindel und Vertigo gezählt werden.

Sen Itha verläuft auf der linken Körperseite, Sen Pingkhala auf der rechten. Beide Linien beginnen nach traditioneller Beschreibung an den Nasenlöchern, steigen über den Kopf und den Nacken ab, verlaufen entlang der Wirbelsäule und setzen sich über die Beine fort. Da sie den gesamten Kopf- und Nackenbereich versorgen und mit den Sinnesorganen in Verbindung gebracht werden, gelten Schwindel und Vertigo als direkte Indikation für die therapeutische Arbeit an diesen Linien.

Die Behandlung konzentriert sich auf Akupressur im Bereich des Nackens, des Kopfes und des Gesichts. Als besonders wirksam gilt nach mündlicher Überlieferung die Stimulation von Punkten an der Schädelbasis, an den Schläfen sowie entlang der Mittellinie des Kopfes bis zum Punkt zwischen den Augenbrauen, der in der von Ayurveda und Yoga beeinflussten Terminologie als drittes Auge bezeichnet wird. Darüber hinaus wird die sogenannte Ohr-Vakuum-Technik (in manchen Protokollen als Schritt 107 geführt) eingesetzt, eine Maßnahme, die traditionell dazu dienen soll, stagnierende Energie und Unreinheiten aus dem Kopfbereich abzuleiten und so die Harmonisierung der am Kopf mündenden Sen-Linien zu unterstützen.

Zu den empfohlenen Dehnungen (yot) im Rahmen der Behandlung von Schwindel gehören Vorwärtsbeugen, Dehnungen der Beinrückseite sowie die aus dem Yoga entlehnte Pflugsposition (Plow Pose), welche die Sen-Linien entlang von Wirbelsäule und Beinrückseite öffnen sollen.

Im Rahmen von Reuesri Dat Ton, den traditionellen Selbstheilungsübungen des Eremiten-Yoga, wird Schwindel ausdrücklich als eine der Beschwerden aufgeführt, bei denen regelmäßige Praxis lindernd wirken kann.

Im Bereich der Vorsichtsmaßnahmen ist zu beachten, dass Schwindel häufig mit Blutdruckstörungen in Zusammenhang steht. Viele fortgeschrittene Dehnungen, darunter die Kerzenposition und die Kobrahaltung, sind bei Bluthochdruck oder Hypotonie kontraindiziert oder müssen entsprechend modifiziert werden, da sie den Schwindel verstärken könnten. Intensiver Druck im Nacken- und Kopfbereich erfordert ebenfalls besondere Sorgfalt bei Klienten mit bekannten vaskulären oder neurologischen Erkrankungen. Es ist ferner nicht ungewöhnlich, dass Klienten unmittelbar nach einer tiefen Energiearbeit vorübergehend Schwindel, Übelkeit oder Erschöpfung verspüren. Diese Reaktionen werden in der Tradition des Nuad Boran oft als Teil eines Reinigungs- und Gleichgewichtsprozesses gedeutet, nicht als unerwünschte Nebenwirkungen.

Im Verständnis der traditionellen thai-medizinischen Anatomie ist Schwindel ein Zeichen dafür, dass die innere Homöostase gestört ist. Die Massage zielt darauf ab, durch den freien Fluss von lom das Gleichgewicht zwischen den Energielinien, insbesondere zwischen der linken Itha und der rechten Pingkhala, wiederherzustellen.

Vgl. die Einträge Sen Itha, Sen Pingkhala sowie Lom und Reuesri Dat Ton.

Schwindel

Erfahren Sie mehr über Schwindel in der traditionellen Thaimassage: Definition, Technik und therapeutische Anwendungen.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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