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Seitenlage

Seitenlage

Seitenlage (side position; auch Seitenlagenprotokoll, นอนตะแคง non takhaeng)

Die Seitenlage ist eine der vier grundlegenden Behandlungspositionen im Nuad Boran und dient in der klassischen Sitzungsstruktur primär als funktionale Alternative zur Bauchlage. Sie wird eingesetzt, wenn die Bauchlage aus anatomischen, physiologischen oder individuellen Gründen nicht geeignet ist. Zu den häufigsten Indikationen für die Seitenlage zählen Schwangerschaft ab dem dritten Monat, Adipositas, Atemwegs- und Nebenhöhlenerkrankungen sowie körperliche Beschwerden, die einen Druck auf den Thorax oder den Bauch ausschließen. In diesen Fällen bietet die Seitenlage einen stabilen und schonenden Zugang zur hinteren Körperkette, ohne die besonderen Bedürfnisse des Klienten zu kompromittieren.

Zur Positionierung liegt der Klient auf der Seite, das untere Bein gestreckt, das obere Bein in der Hüfte und im Knie gebeugt. Ein Kissen oder Polster wird unter das gebeugte Knie gelegt, um das Kreuzbein senkrecht zur Matte auszurichten und eine unerwünschte Rotation der Lendenwirbelsäule zu verhindern. Der Kopf wird durch ein weiteres Kissen gestützt, sodass die Halswirbelsäule in neutraler Achse bleibt. Die Behandlungsroutine wird in der Regel zunächst vollständig auf einer Seite durchgeführt, bevor der Klient sich umdreht; nach manchen Schulüberlieferungen beginnt die Sequenz bei Frauen auf der linken, bei Männern auf der rechten Seite, wobei hierfür kein einheitlicher Konsens besteht.

Die Struktur der Behandlungssequenz unterscheidet sich in der Seitenlage von jener der Rücken- und Bauchlage. Da das gebeugte obere Bein nur eingeschränkt dehnbar ist, entfällt das klassische A-B-C-B-A-Muster — bei dem Dehnungen, Palmarpressuren und Daumendruck in symmetrischer Abfolge kombiniert werden — zugunsten eines reduzierten B-C-B-Musters, das ausschließlich auf Palmar- und Daumendruck aufbaut. Die Behandlung beginnt an den Fußpunkten des gebeugten Beins und arbeitet sich über Palmarpressungen entlang der Beinrückseite zur Hüfte vor. Daumendruck wird gezielt entlang der medialen Beinlinie gesetzt, wo traditionell angenommen wird, dass Sen Itha und Sen Pingala in besonders zugänglicher Weise verlaufen.

Am Rücken arbeitet der Therapeut entlang der paravertebralen Energielinien, beginnend im Bereich des unteren Rückens und sich schrittweise zum Trapezius vorarbeitend. Besondere Aufmerksamkeit gilt der sogenannten Back Line 1, die beiderseits der Wirbelsäule verläuft. Eine charakteristische Dehntechnik in dieser Position ist der Yin-Yang-Spread: Der Therapeut zieht das Schulterblatt des Klienten in Richtung des gegenüberliegenden Gesäßes, wodurch eine diagonale Traktion der thorakalen Rückenstrecker und der Rhomboiden entsteht, die in der Bauchlage in dieser Form nicht erzielbar ist.

Die Schultermobilisation in Seitenlage folgt einem kombinierten Zug-Druck-Prinzip: Die Hand des Klienten wird hinter den Rücken geführt, der Therapeut umfasst die Vorderseite der Schulter und zieht diese sanft in Richtung Ohr und zu sich heran, während er gleichzeitig mit dem anderen Hand Druck auf die Rautenmuskulatur ausübt. Diese Technik öffnet den anterioren Schulterbereich und mobilisiert das Schulterblatt in der Retraktionsbewegung. Eine verwandte Dehnung setzt den Unterarm des Therapeuten als Hebel ein: Er legt ihn am Oberkörper des Klienten an und zieht die Schulter kontrolliert nach dorsal, während der andere Arm das Becken oder den unteren Rücken stabilisiert.

Für die Körpermechanik des Therapeuten ist die Seitenlage anspruchsvoll: Um optimalen Hebel zu erzielen und die eigene Wirbelsäule zu schonen, empfiehlt sich eine tiefe Arbeitsposition in den Knien oder — bei manchen Techniken — eine reitende Stellung hinter dem Klienten, die eine gleichmäßige Gewichtsverteilung und freie Armführung ermöglicht.

Die Sicherheitsprinzipien der Seitenlage entsprechen weitgehend jenen der übrigen Positionen: Direkter Druck auf die Wirbelsäule, die Rippen und die Nierenregion ist zu vermeiden. Bei schwangeren Klientinnen darf zusätzlich das Kreuzbein nicht massiert werden; generell ist bei Schwangerschaft die gesamte Behandlungsintensität zu reduzieren und besondere Vorsicht bei allen Techniken geboten, die auf den Bauch, das Becken oder die Lumbalregion einwirken.

Gehört beiden Traditionen an.

In Zusammenhang stehen die Einträge Rückenlage, Bauchlage, Sen Itha, Sen Pingala sowie Lom.

Seitenlage

Erfahren Sie mehr über Seitenlage in der traditionellen Thaimassage: Definition, Technik und therapeutische Anwendungen.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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