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Sitzende Position

Sitzende Position

Sitzende Position (sitting position; auch Sitzposition, นั่ง nang)

Die sitzende Position ist eine der vier klassischen Behandlungspositionen im Nuad Boran und wird in der traditionellen Sitzungsstruktur häufig gegen Ende der Behandlung eingesetzt, nachdem Rücken-, Bauch- und Seitenlage abgeschlossen sind. Sie kann jedoch auch als eigenständige Kurzbehandlung dienen — etwa in einem Demonstrationsformat von 15 bis 20 Minuten — oder als bevorzugte Alternative für Klienten, denen das Liegen aus physischen oder anderen Gründen nicht möglich oder angenehm ist. Die sitzende Position gilt als besonders geeignet für die gezielte Mobilisation von Wirbelsäule, Nacken und Schultern sowie für Atemwegserkrankungen, bei denen eine horizontale Lage ein Engegefühl im Brustraum hervorrufen kann.

Die Vorbereitung berücksichtigt die anatomischen Gegebenheiten des Klienten. Da viele Menschen — insbesondere jene, die im westlichen Kulturraum aufgewachsen sind — Schwierigkeiten haben, längere Zeit aufrecht auf dem Boden zu sitzen, ohne die Lendenwirbelsäule zu runden, werden nach Bedarf Sitzkissen, gefaltete Decken oder niedrige Hocker eingesetzt, um eine aufrechte Becken- und Wirbelsäulenachse zu unterstützen. Der Übergang aus der vorhergehenden Rückenlage erfolgt häufig durch den sogenannten Cross-Legged Pull-Up, bei dem der Therapeut den Klienten mit einem kontrollierten Zug an beiden Händen behutsam aus der liegenden in die sitzende Position hebt.

Die Arbeit am Rücken folgt denselben Grundprinzipien wie in den horizontalen Positionen, nutzt jedoch die durch das aufrechte Sitzen veränderte Zugänglichkeit der Wirbelsäulenregion. Traditionell werden in der Sitzposition die sechs paravertebralen Sen-Linien des Rückens bearbeitet — drei auf jeder Seite der Wirbelsäule —, wobei der Therapeut mit Palmar- und Daumendruck (nuad lam und nuad nieu) vom unteren Rücken aufsteigt und am Trapezius endet. Direkter Druck auf die Dornfortsätze der Wirbelsäule ist auch in dieser Position strikt zu vermeiden. Die Skapula-Mobilisation wird durch Ablegen des Armes des Klienten hinter den Rücken eingeleitet; der Therapeut umfasst die Schulter von vorne und führt sie in kreisenden Bewegungen, die das Schulterblatt mobilisieren und den anterioren Schulter- sowie Brustbereich öffnen. Kräftigere Interventionen — Ellbogen- und Unterarmdrucke auf den Trapezius und die Rautenmuskulatur — kommen zum Einsatz, um tiefe Muskelverspannungen zu lösen, die insbesondere bei Klienten mit sitzungsintensivem Berufsalltag ausgeprägt sein können.

Die sitzende Position ermöglicht einige der intensivsten Dehnungen und Rotationen des gesamten Nuad-Boran-Protokolls. Der sitzende Wirbelsäulentwist — strukturell verwandt mit der yogischen Position Ardha Matsyendrāsana — wird mit gekreuzten Beinen ausgeführt: Der Klient faltet die Hände hinter dem Kopf, der Therapeut stabilisiert das Becken durch Einsatz des eigenen Knies und führt den Oberkörper des Klienten in eine langsame, kontrollierte Rotation, die die gesamte Länge der Wirbelsäule erfasst. Vorwärtsbeugungen können in verschiedenen Beinkonfigurationen ausgeführt werden — mit gekreuzten, gestreckten oder lateral gespreizten Beinen — wobei das Ziel stets darin besteht, die Bewegung aus der Hüfte zu initiieren und den Bauchnabel in Richtung Matte zu führen, während der Therapeut mit Palmarpressungen entlang der Wirbelsäule den Klienten in der Vorwärtsbewegung begleitet und unterstützt.

Zwei weitere fortgeschrittene Techniken der Sitzposition verdienen besondere Erwähnung. Beim sogenannten Motorcycle Back Stretch hält der Klient die Handgelenke des Therapeuten hinter dem eigenen Rücken; der Therapeut drückt seine Füße gegen den oberen Rücken des Klienten unterhalb der Schulterblätter und streckt langsam die Beine, wodurch eine intensive Öffnung des Brustkorbs und eine Dehnung der anterioren Schultermuskulatur erzeugt wird. Diese Technik erfordert eine präzise Gewichts- und Kraftregulation und sollte ausschließlich von erfahrenen Praktizierenden eingesetzt werden. Beim Back Lift faltet der Klient die Hände über dem Kopf; der Therapeut drückt mit den Knien von hinten gegen den Rücken und zieht gleichzeitig die verschränkten Arme nach oben, was eine Entlastung und Traktion der gesamten Wirbelsäule sowie der Schultergelenke bewirkt.

Die Nacken- und Kopfarbeit profitiert in der Sitzposition von einem optimalen Zugang, der in keiner der horizontalen Positionen in gleicher Weise erreichbar ist. Die seitliche Nackendehnung — bei der der Kopf des Klienten sanft zur Seite geneigt wird, während der Therapeut mit dem Unterarm gleichzeitig den gegenüberliegenden Trapezius nach unten drückt — dehnt die laterale Halsmuskulatur und die oberen Anteile des Trapeziusmuskels wirksam. Den Abschluss der Sitzposition bildet häufig eine Kopfmassage, bei der die Energielinien des Schädels — in sagittaler und koronaler Verlaufsrichtung — sowie die Gesichtslinien mit Daumen- und Fingerdruck bearbeitet werden.

Die Sicherheitsprinzipien der sitzenden Position sind eng mit jenen der übrigen Positionen verwandt. Direkter Druck auf die Dornfortsätze der Wirbelsäule und auf die Schulterblätter ist zu unterlassen. Bei Klienten mit Osteoporose, degenerativen Wirbelsäulenveränderungen oder akuten Rückenproblemen ist die Intensität aller Techniken erheblich zu reduzieren; in ausgeprägten Fällen ist die sitzende Position gänzlich zu meiden.

Gehört beiden Traditionen an.

Siehe auch die Einträge Rückenlage, Bauchlage, Seitenlage, Sen Itha, Sen Pingala sowie Lom.

Sitzende Position

Erfahren Sie mehr über Sitzende Position in der traditionellen Thaimassage: Definition, Technik und therapeutische Anwendungen.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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