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Therapiepunkte

Therapiepunkte

Therapiepunkte (jap sen; auch Akupressurpunkte, Druckpunkte, จุดกด chut kot)

Die Therapiepunkte des Nuad Boran — in der Praxis häufig als Akupressurpunkte bezeichnet und gelegentlich mit den Marma-Punkten des ayurvedischen Systems in Verbindung gebracht — sind definierte Stellen entlang der zehn Haupt-Sen-Linien (Sip Sen), an denen der Lom-Fluss besonders zugänglich und therapeutisch beeinflussbar ist. Sie werden traditionell als Fenster zum Körper verstanden: Orte, an denen ein Austausch zwischen der inneren Körperenergie und der universellen Lebensenergie stattfinden kann und an denen gezielte Drucksetzung eine regulierende Wirkung auf den gesamten Verlauf der betroffenen Sen-Linie ausübt. Anatomisch liegen diese Punkte häufig in der Nähe großer Nervenbahnen, in unmittelbarer Knochennähe oder in der Umgebung von Gelenkkapseln; sie zeichnen sich geweblich durch eine veränderte Textur und eine gegenüber der Umgebung erhöhte Druckempfindlichkeit aus, die dem Therapeuten als taktile Orientierung dient.

Die Behandlung jedes einzelnen Therapiepunkts folgt im System der Shivagakomarpaj-Linie einem dreigliedrigen Protokoll. Die Aufwärmphase besteht aus fünf kreisenden Daumenbewegungen im und gegen den Uhrzeigersinn, die das lokale Gewebe vorbereiten und den Punkt aktivieren. Die eigentliche Druckphase umfasst drei aufeinanderfolgende Pressuren von jeweils etwa zehn Sekunden: Der Druck wird über fünf Sekunden progressiv aufgebaut, zwei bis drei Sekunden auf dem Intensitätsmaximum gehalten und anschließend über zwei bis drei Sekunden kontrolliert gelöst. Den Abschluss bilden erneut fünf Kreise in beide Richtungen, die das Gewebe beruhigen und den ausgelösten Energieimpuls in den Linienverlauf integrieren.

Die Therapiepunkte verteilen sich auf mehrere Körperregionen mit je spezifischen Charakteristika. An den Füßen finden sich neun Hauptpunkte pro Fuß — sechs auf der Sohle und drei am Fußgewölbe —, ergänzt durch Punkte auf dem Fußrücken, die besonders zwischen den Mittelfußknochen lokalisiert sind und bei Druckanwendung häufig einen elektrisierenden Reiz durch den gesamten Fuß senden. An den Händen korrespondieren neun Punkte auf der Innenfläche grob mit der Anordnung der Fußsohlenpunkte; auf dem Handrücken gelten zwei Punkte als besonders wirksam — einer in der Falte zwischen Daumen und Zeigefinger, ein weiterer zwischen den Knöcheln des vierten und fünften Fingers. Im Torsobereich konzentrieren sich die Hauptpunkte um den Bauchnabel, der in der Überlieferung als Ursprung aller zehn Sen-Linien gilt, sowie am Solarplexus, entlang des Musculus iliopsoas und unterhalb der Schlüsselbeine zur Stimulation der Atemwege. Ein klinisch besonders bedeutsamer Punkt ist das sogenannte Windtor an der Oberschenkelarterie, über das der Energiefluss in den unteren Extremitäten reguliert werden soll und das bei Schwangerschaft sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen strikt kontraindiziert ist. Am Rücken konzentrieren sich die Punkte um das Kreuzbein, den Darmbeinkamm und den Femurkopf sowie entlang der Wirbelsäule, wo den Übergangszonen zwischen dem ersten und zweiten Lendenwirbel (L1–2) sowie zwischen dem vierten und fünften Brustwirbel (T4–5) besondere therapeutische Bedeutung zugemessen wird. Am Kopf und Gesicht finden sich wirksame Punkte an den Schläfen, am Dritten Auge zwischen den Augenbrauen und an der Basis des Hinterhauptbeins; diese werden vorrangig zur Linderung von Kopfschmerzen und Nackenspannungen eingesetzt.

Die Auswahl der zu behandelnden Punkte richtet sich nach dem diagnostischen Befund der betroffenen Sen-Linien, für den zwei grundlegende Zustände unterschieden werden. Bei blockierten Sen — erkennbar an chronischen Verspannungen, tastbaren Muskelknoten und reduzierter lokaler Gewebsbeweglichkeit — wird mit intensivem, sogenanntem heißem Druck oder mit heißen Kräuterkompressen gearbeitet, um die Stauung aufzubrechen und den Lom-Fluss wiederherzustellen. Bei gebrochenen Sen — einem Zustand, der akuten Verletzungen mit Schwellung, Rötung und Entzündungszeichen entspricht — ist direkter Druck auf den betroffenen Punkt strikt kontraindiziert. Hier wird indirekt gearbeitet: Leichter Druck wird seitlich und distal der verletzten Stelle eingesetzt, um überschüssige oder gestaute Energie vom Zentrum der Verletzung wegzuleiten, ohne das entzündete Gewebe zu reizen.

Die Behandlungssequenz beginnt in einer vollständigen Sitzung traditionell am Bauchnabel als Ursprungspunkt aller Sen-Linien und arbeitet sich von dort zu den Extremitäten vor, bevor die Sequenz auf dem Rückweg zum Zentrum abgeschlossen wird. Bestimmte Symptombilder werden durch spezifische Punktkombinationen adressiert: Kopfschmerzen werden vorrangig über Punkte der Sen Itha und Sen Pingala behandelt; Verdauungsbeschwerden erfordern eine fokussierte Arbeit an den abdominalen Punkten; Atemwegserkrankungen sprechen auf die Stimulation der Brust- und Schulterlinien an.

Gehört beiden Traditionen an.

Vgl. die Einträge Akupressur-Atlas, Sip Sen, Lom, Blutstopp, Kräuterkompresse sowie Marma.

Therapiepunkte

Erfahren Sie mehr über Therapiepunkte in der traditionellen Thaimassage: Definition, Technik und therapeutische Anwendungen.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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