Wai-Khru-Zeremonie

Wai Khru (wai khru; Thai: ไหว้ครู; auch Lehrehrung, Initiationszeremonie; wörtlich: den Lehrer ehren)
Wai Khru ist die rituelle Lehrehrungszeremonie der Traditionellen Thailändischen Medizin (TTM) und bildet das spirituelle Fundament der gesamten Behandlungspraxis. Der Begriff setzt sich zusammen aus wai, der charakteristischen thailändischen Grußgeste der gefalteten Hände verbunden mit einer leichten Verbeugung, und khru, dem aus dem Sanskrit guru abgeleiteten Wort für Lehrer. Die Zeremonie dient dazu, den Lehrern und der gesamten Ahnenreihe der Heilkunst Respekt zu zollen und die Verbindung zur Überlieferungslinie zu vergegenwärtigen.
Im Zentrum der Zeremonie steht Jīvaka Kumāra Bhṛṣa, in Thailand häufig Shivagakomarpaj genannt, der als Vaterdoktor und legendärer Begründer der thailändischen Medizin verehrt wird. Als Zeitgenosse des Buddha und Leibarzt der Mönchsgemeinschaft gilt er als spirituelles Vorbild und als Mittler der Heilenergie, die durch die Hände des Behandelnden fließen soll. Die Verehrung Jīvakas bildet den rituellen Kern, um den sich alle weiteren Elemente der Zeremonie organisieren.
In traditionellen Ausbildungseinrichtungen wie dem Old Medicine Hospital in Chiang Mai wird Wai Khru als fester Bestandteil des täglichen Ablaufs zweimal täglich vom gesamten Personal und den Schülern gemeinsam vollzogen. Darüber hinaus beginnt jede einzelne Behandlungssitzung traditionell mit einem kurzen Gebet an Jīvaka, das als verkürzte Form der Wai-Khru-Zeremonie verstanden wird. Der Behandelnde kniet dabei häufig zu Füßen des Empfängers nieder, schließt die Augen und bittet innerlich darum, dass Heilkraft durch seine Hände fließen möge.
Die Zeremonie umfasst mehrere formale Elemente. Gebete werden in der Sakralsprache Pali rezitiert, insbesondere das Mantra Om Namo Jivaka, das die Verehrung für Jīvakas Mitgefühl zum Ausdruck bringt und Bitten um Befreiung von Krankheit und um Wohlergehen enthält. In formellen Ausbildungskontexten bringen Schüler traditionell Opfergaben dar, um die Lehrer-Schüler-Beziehung förmlich zu besiegeln; üblich sind neun frische Lotusblüten und neun Räucherstäbchen, wobei die Zahl Neun im Theravada-Buddhismus als heilig gilt. Die wai-Geste der gefalteten Hände vor dem Gesicht oder dem Herzen begleitet die Rezitationen und verleiht der Zeremonie ihre äußere Form.
Die therapeutische Funktion von Wai Khru geht über das Rituelle hinaus. Die Zeremonie bietet dem Behandelnden einen Moment der Stille und Sammlung, der es erlaubt, den Alltag hinter sich zu lassen und sich vollständig auf den Empfänger einzustellen. Durch das Gebet stimmt sich der Behandelnde auf den Zustand von mettā (liebende Güte) ein und tritt in die Haltung des Kanals für Jīvakas Heilenergie ein, anstatt sich als Heiler aus eigenem Recht zu verstehen. Diese Haltung dient nach traditioneller Auffassung auch dem Selbstschutz des Behandelnden, da sie verhindert, dass negative Energien des Empfängers verinnerlicht werden. Ohne diesen spirituellen Rahmen und die bewusste Intention gilt die Behandlung in der Tradition als mechanisch und ihrer eigentlichen Wirktiefe beraubt.
Gehört beiden Traditionen an.
In Zusammenhang stehen die Einträge Jivaka Kumar Bhaccha, Metta, Puja, Pali-Kanon, Theravada-Buddhismus und Heilige Berührung.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.



